Relution: Anwenderbericht ASG

© Alexander Vötterle, Albert-Schweizer-Gymnasium, Leonberg

Erfahrungsbericht mit einem Mobile Device Management am Albert Schweizer Gymnasium in Leonberg – Einsatz von Relution zur Verwaltung von iPads

„Sollen wir nicht auch Tablets kaufen?“ Diese Frage stellen sich viele Schulen in Baden-Württemberg. Mit der Anschaffung von Tablets ergeben sich jedoch auch neue Herausforderungen für den Administrator.
Ich bin Lehrer und Netzwerkberater am Albert-Schweitzer-Gymnasium (ASG) in Leonberg und arbeite bei der Entwicklung der paedML Linux am Landesmedienzentrum Baden-Württemberg mit. Die Erfahrungen, die ich im Rahmen des Modellversuchs „Mobile Device Management in Schulen“ mit der Software Relution der Stuttgarter Firma M-Way Solutions sammeln konnte, möchte ich hier wiedergeben, um Schulen bei der Entscheidung für Tablets und der Verwaltung der Geräte zu unterstützen.

Technische Ausstattung: iPads im Kunstunterricht

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Unsere Schule verfügte vor Projektstart bereits über eine paedML Linux mit etwa 100 Windows-Rechnern. WLAN gab es damals nur im Bereich des Lehrerzimmers. Fast jedes Klassenzimmer ist heute mit einem Rechner und einem Beamer ausgestattet. Es gibt zwei Computerräume und einen Medienraum.
2016 kam der Wunsch auf, iPads für den Kunstunterricht anzuschaffen. Die Kunst-Fachschaft bestand zu diesem Zeitpunkt aus zwei Kolleginnen mit viel Vorerfahrung im Umgang mit iPads.

 

In enger Zusammenarbeit entwickelten wir ein konkretes Einsatzszenario. Bestimmte Apps sollten nur im Kunstunterricht und nur im Rahmen längerer Projekte eingesetzt werden. Die Entscheidung für iPads fiel nach einer Beratung durch das Stadtmedienzentrum (SMZ) Stuttgart, auf Grund der Vorerfahrungen der Kolleginnen und den App-Anforderungen – die Apps waren nur unter iOS verfügbar. Wir hatten 8000 Euro Startbudget. Diese investierten wir in zehn iPads mit 128 GB Speicherplatz, eine Aufbewahrungseinheit, in der die Geräte aufgeladen und mit Software versorgt werden und in ein MacBook zur Administration mit dem Apple Configurator 2. Zur Aufbewahrung entschieden wir uns für einen Cube der Firma Paraproject. Außerdem mussten zwei Accesspoints in den Kunsträumen installiert werden, deren Anzahl wiederum abhängig war von der Anzahl der eingesetzten Geräte und der Größe der Räume. Bei der Wahl der Accesspoints haben wir uns vor dem Kauf von unserem Dienstleister beraten lassen. Das rate ich auch jeder anderen Schule, denn der IT-Fachbetrieb weiß in der Regel am besten, auf welche Kriterien man beim Kauf leistungsfähiger Geräte achten sollte.
Beim Kauf der iPads haben wir darauf geachtet, dass diese über das Device Enrollment Program (DEP) der Firma Apple bezogen wurde. Dieser Schritt bedeutet zunächst einen Mehraufwand, ist allerdings für eine komfortable Verwaltung von iPads über ein MDM unerlässlich.

Persönliche Erfahrungen mit einem Mobile Device Management (MDM)

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Schnell bemerkte ich, dass die Administration mit dem Apple Configurator 2 zwar funktioniert, allerdings eher unkomfortabel ist. Änderungen an den Geräten können beispielsweise nur vor Ort ausgeführt werden. Hierfür müssen die iPads mit dem MacBook verbunden werden. Bereits im Vorfeld haben wir vom Projekt „Mobile Device Management in Schulen“ des Landesmedienzentrums Baden-Württemberg (LMZ) gehört.

 

 

Überzeugt hat uns die Aussicht auf umfangreichen Support und die niedrigen Lizenzgebühren. Im Herbst 2017 begann ich im Rahmen meiner Tätigkeit am LMZ mit der Einarbeitung in die Oberfläche von Relution. Seit März 2018 setzen wir Relution als MDM am ASG Leonberg ein. Zu Beginn war ich mit einigen Abläufen bei Relution unzufrieden. So gingen Geräte in der Oberfläche verloren oder das Verteilen und Lizenzieren von Apps erschien umständlich. Diese Probleme wurden von der Firma M-Way Solutions jedoch innerhalb kurzer Zeit beseitigt. Das MDM Forum, bei dem ich aktiv mitwirke, erwies sich als gute Möglichkeit zum Austausch mit anderen Anwendern. So erhielt ich wertvolle Tipps für Optimierungen bei der Umsetzung an der eigenen Schule.

Apps auf Tablets verteilen und verwalten

Apple bietet mit dem sogenannten „Volume Purchase Program“ (VPP) die Möglichkeit, dass Schulen Lizenzen erwerben können. Über VPP bezogene Apps können über das MDM einfach auf die Geräte verteilt werden. Das „Device Enrollment Program“ (DEP) unterstützt bei der Verwaltung der iPads. Diese werden auf einem Konto Ihrer Schule registriert und können zentral über das MDM verwaltet werden. Beide Angebote vereint Apple über den „School Manager“, der für Bildungseinrichtungen angeboten wird.
Über das DEP bezogene Geräte erscheinen nach dem Verknüpfen von „School Manager“ und MDM-System in der Relution-Oberfläche und können von dort aus zentral konfiguriert und mit Apps versorgt werden. Bevor wir die Verwaltung der Geräte innerhalb unseres pädagogischen Netzes nutzen konnten, mussten wir einige Änderungen an unseren Firewall-Regeln durchführen und die Geräte in das pädagogische Netz aufnehmen. Anschließend konnten die Geräte mit dem MDM miteinander verbunden und konfiguriert werden.
Die Bedienung der Relution-Oberfläche und die Abläufe bei der Lizenzierung der iPads und Apps sind für mich mittlerweile zur Routine geworden. Mit Hilfe der umfangreichen Konfigurationsmöglichkeiten in Relution können wir die aktuell 15 iPads gezielt an die Anforderungen des Unterrichts anpassen.
Mit der App „Documents“ ermöglichen wir den Nutzern ihre Dateien auf ihr Home-Laufwerk der paedML Linux zu speichern. Während der Projektphase werden die iPads immer von der gleichen Gruppe benutzt. So soll verhindert werden, dass die auf den Tablets gespeicherten Inhalte von anderen Schülergruppen eingesehen werden können.

Fazit Relution: Intuitives Handling und gute App-Verwaltung

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Die beteiligten Lehrer/-innen und Schüler/-innen des ASG freuen sich über die Möglichkeit mit iPads im Kunstunterricht arbeiten zu können.
Für mich als Netzwerkberater stand vor allem die Frage im Mittelpunkt, mit welchem Administrations-Aufwand der Tablet-Einsatz verbunden sein wird. Hier hat sich Relution mit seiner intuitiven Oberfläche – zumindest für die überschaubare Zahl der eingesetzten Tablets und Apps – an unserer Schule bewährt.
Apps können auf Zuruf der Kollegen und Kolleginnen über den School Manager bestellt und über Relution verteilt werden. Geräte lassen sich bei Bedarf zügig neu aufsetzen. Die vom LMZ gehostete Relution-Instanz ist dabei bequem, auch von zu Hause aus, erreichbar.  
Unabhängig von Relution als MDM bleiben noch ungelöste Schwierigkeiten: Die Anbindung an die Netzlaufwerke und die Speicherung von Daten ist umständlich, da Benutzer/-innen manuell eine Verbindung zum Server aufbauen müssen. Dies führt dazu, dass diese Möglichkeit von Schüler/-innen selten genutzt wird. Ideal wäre es, wenn wir Funktionen wie „Shared iPads“ nutzen könnten. Dadurch können sich mehrere Benutzer/-innen ein Gerät teilen. Aktuell arbeiten wir mit einer „eins zu eins Zuordnung“, das heißt, jede/r Schüler/-in nutzt über mehrere Projektwochen immer das gleiche, persönlich zugewiesene Gerät. Hierdurch ersparen wir uns den hohen administrativen Aufwand, der zu tätigen wäre, wenn die Geräte jedes Mal zurückgesetzt werden müssen, bevor sie an andere Schüler übergeben werden.